My Dokker is my castle – Ausbau Variante II

Ziemlich genau vor einem Jahr haben wir meinen Daccia Dokker zu einem modularen Minicamper umgebaut. Das Ergebnis war super, aber ich hatte noch diverse Ideen zur Verbesserung. Wichtigste Maßnahme war der Umstieg auf ein schmales „Dauerbett. Das Bett umbauen fand ich letzten Sommer in Skandinavien ziemlich nervig und in den Gebieten mit extremer Mückenpopulation war es noch mal nerviger. Ich will einfach nur einsteigen und „wohnen“. Da ich eh meistens mit Hund alleine unterwegs bin, reicht ein Einzelbett. Bei Bedarf lässt es sich aber erweitern, sodass der Platz für Zwei reicht.

Außerdem muss ein Klo her. Nachdem ich zuletzt in Italien stundenlang nach einer Toilette gesucht habe, bin ich es satt. Es verdirbt einem total den Spaß am Reisen, wenn man ständig mit zunehmender Anspannung nach einem Klo Ausschau halten muss.

Und dann soll noch das Schranksystem optimiert werden.  Weil sich die Hecktüren nicht von innen öffnen lassen und ich mich beim Einstieg durch diese Türen schon mehrfach „eingesperrt“ habe, will ich ganz auf sie verzichten. Machen mir nur Ärger, haben als Einstieg keinen Nutzen. Deshalb werden sie nun mit einem modular anschraubbaren Schrank zugebaut. Damit hab ich gestern begonnen und mir im Hagebau die ersten Bretter zu schneiden lassen.

Das war die Ausgangssituation.

Die ersten Änderungen an der alten Konstruktion… Der Deckel des Bettkastens ist nun zweigeteilt, auf den hinteren Teil soll ein Regal gesetzt werden. Der Kasten kann am Giebel geöffnet werden (die Klapprichtung hab ich später noch mal umgekehrt).

Beim linken Kasten lässt sich der Deckel nicht mehr hochklappen, stattdessen geht die Frontseite runter.

Und das sind die ersten Ergänzungen…

Links das Schrankgerüst ist am Boden und rechts am Bettkasten mit Schraube und Flügelmutter fixiert. In der Höhe ist es ans Heckfenster angepasst. Die Fächer sollen von beiden Seiten zugänglich sein.

Rechts die Bretter sind erstmal nur zur Demonstation hingestelt. Hier soll ein offenes Regal hin, das zur Decke reicht und Abstellfläche während der Standzeiten bietet. Man hat ja immer soviel Gepäck dabei, das ständig irgendwo im Weg steht.

Auf dem nächsten Foto sieht man den Schrankkasten von innen, mit herunterklappbarer Türe.

Die Schranktüre passt genau zwischen die Bett-Auflageleisten und wird so bei Bedarf zur erweiterten Bettfläche.

Die Klappen haben alle hübsche Griff-Löcher bekommen. Endlich konnte ich mal meine tollen Bohraufsätze ausprobieren.

Nächstes Foto: Das Bettende im Schrank ist fertig.

Mein neuer Campingkocher ist auch angekommen.

Umbau der vorderen Bodenplatte.

Das gleiche von der Beifahrerseite fotografiert.

Das linke Brett lässt sich über eine Schiene ausziehen. Zum Schlafen kommt in den Spalt ein schmales Einlegebrett, sodass ich das Bett vorne von 62 cm auf 75 verbreitern kann. Das sollte ausreichen.

Das Regal auf der rechten Seite ist fertig. Hauptzweck ist die Nutzung als Ablagefläche während der Standzeit. Während der Fahrt bleibt das Regal leer und die Sicht durchs Rückfenster frei.

Von innen nach draußen fotografiert. Die Seitenwände für den Innenschrank (rechts im Bild) sind ebenfalls eingepasst und befestigt.

Das Brett über den Kaffeedosen (aka Schublade) kann in beide Richtungen ausgezogen werden und ist so von draußen und drinnen zugänglich.

A: Eine Blende, an die die Gardinen angebracht werden.
B: Schrankklappe, die im heruntergeklappten Zustand zur Tischplatte wird.
C: Einlegeplatte für Schlafplatz Nummer 2
D: Ein Regalfach im linken Schrank.

Das ganze von innen gesehen mit eingelegten bzw. umgeklappten Bettauflagen.

Die Cockpitblende noch mal größer.

Weil’s geregnet hat, hab ich ein bisschen rumgespielt. Ein Lämpchen im Eingangsbereich

Und noch ein Batterielämpchen

Das Auto im Wohnmodus
A: die hochgeklappte Bettauflage / Schranktüre
B: die Klapptüre für den neuen Schrank
C: ist ein Eingrifffach mit Luke. Kann nicht geöffnet werden, ist eingeplant für Wäschesäcke.

Nächstes Foto…
A: ausgeklappte Auflagestange für die Tischplatte
B: das schon gezeigte Lämpchen im Eingang
C: Das Klappfach ist erstmal mit einer Schraube geschlossen. Hier muss noch eine Lösung her.

Der heruntergeklappte Tisch. Sieht aus, als wäre er sehr hoch, aber es passt gut. Das Schrankfach ist als Kleiderschrank vorgesehen.

Alle Arbeitsschritte werden kritisch vom Fachhund beäugt.

Der Innenschrank ist am Boden mit Flügelschrauben befestigt und oben mit einem Winkel. Alle Schrankteile und Elemente können durch Lösen der Schrauben rausgenommen werden.

Weil ich unbedingt eine Notfalltoilette im Auto haben wollte, hab ich mir eine Selfmade Eimertoilette ausgedacht. Die Sitzfläche ist eigentlich für einen Toilettenstuhl gedacht. In den Eimer kommt ein Müllbeutel. Bei Nichtgebrauch werden Eimer und Sitzplatte hinter dem Beifahrersitz verstaut.

Und weil ich gerade total im Campingartikelkaufrausch bin, musste ich mir diese Faltlampe von Tchibo auch noch kaufen. Man kann sie hinstellen…

… oder hinhängen…

Endlich fertig…

Wie gehabt, gibt es vorne ein Cockpit mit Hundebar aus zwei gestapelten Holzkisten (Baumarkt). Das Cockpit gibt es natürlich nur, wenn ich allein mit Hund unterwegs bin. Rossi liebt seine Hundetränke heiß und innig und schlabbert auch auf dem Weg zur Arbeit immer mal ein paar Schlückchen.

Aber noch mal alles auf Anfang: Um den Einbau im Einzelnen zu demonstrieren hab ich alles rausgeräumt. Insgesamt besteht der Ausbau aus 6 Einzelelementen, die modular ein- und ausgebaut werden. Der Ausbau geht ziemlich flott. In etwa einer halben Stunde ist alles losgeschraubt und das Auto leer.

Der Einbau dauert etwa doppelt so lange. Die Schrauben reinzubringen ist teilweise etwas fricky.

Element 1 ist eine Kombination aus Bodenplatte und halber Bettkasten. Die Pfeile markieren die Befestigungsvorrichtung.

Sie werden auf die Halterungsschrauben der Rückbank aufgesetzt und dann festgeschraubt.

Hier hatte man bei Dacia die ganz tolle Idee, Schrauben mit einem 16mm Kopf zu verwenden. Ich musste extra einen 16mm Schlüssel kaufen musste. Weder mein Vater, noch jemand in der Nachbarschaft hatte so einen .

Element 1 ist eingebaut und festgeschraubt.

Element 2 ist das hintere Bettkasten-Modul, ebenfalls mit Bodenplatte.

Die beiden Elemente ergeben eine Schlaffläche von etwa 1,80 m Länge. Vorne hab ich das Bettrett eingelegt, so wird das Bett im vorderen Bereich knapp 80 cm breit. Sonst sind es nicht ganz 70 cm. Nicht sehr breit, aber es hat ausgereicht.

Die beiden Bettkästen sind durch einen starken Eisenwinkel und Flügelschrauben miteinander verbunden

Element 3 ist der Kasten samt Bodenplatte für den linken hinteren Bereich. Der herausragende Stab stammt noch von der vorherigen Konstruktion und wurde später abgesägt.

Und nein, ich hab den Hund nicht genötigt, in jedes Foto zu latschen, das hat er ganz von alleine gemacht.

Die drei Grundelemente sind eingesetzt. Sie werden durch drei Schrank- und Regalelemente ergänzt. Links auf dem Kasten (Pfeile) sieht man die Eisenwinkel, die den Schrankaufsatz fixieren.

Element 4 ist der Schrank, der auf Element 3 aufgesetzt wird.

Der Schrank wird unten an den beiden Winkeleisen befestigt.

Und zusätzlich an der Dachhalterung, die ursprünglich mal als Gardinenhalterung und fürs Dachnetz gedacht war.

Element 5 ist ein Mulitfunktionsschrank. Er wird unten  an der Bodenplatte und rechts am Bettkasten mit Flügelschrauben fixiert.
Das große Schrankfach kann von beiden Seiten geöffnet werden.

Das 6. Element ist ein Regalaufsatz, der links am Schrank und rechts auf dem Bettkasten angeschraubt wird.

Rossi testet das neue Regal

Beim Schlafen stecken die Füße im Regal.
Das obere Fach ist von innen mit einer Klappe verschlossen und wird so zum perfekten Handtuchfach.

Der Kochkasten steht im untersten Fach.

In den Boden der Kiste hab ich ein Loch gefräst, das genau über die Flügelschraube passt. So kann die Kiste auch nicht hin und herrutschen.

Die Halterung für den Kocher.

Bei Betrieb wird er von der Kiste runtergenommen.

So ungefähr sieht die eingeräumte Küche aus.

Der Klappstuhl passt perfekt zwischen Tür und Schrank.

Die grüne Wanne ist das mobile Spülbecken.

Ich wollte unbedingt eine Notfall-Toilette dabei haben, konnte mich aber weder für ein kleines Chemoklo noch für eine Eimertoilette entscheiden. Stattdessen hab mich mir selber ein Klo mit Hilfe eines Toilettenstuhl-Aufsatzes gebaut.

Lässt sich auch verschieben.

Im Eimer ist ein Bio-Müllbeutel.

Der Eimer war zum Zeitpunkt des Fotos gänzlich leer und (noch) ungebraucht!

Bei Nichtgebrauch kann das Klo hinterm Sitz verstaut werden.

Mein Umbau-Projekt war vor allem darauf ausgerichtet, die Bettfläche auf eine Person auszurichten. Aber manchmal sind wir auch mit zwei Zweibeinern + Vierbeiner unterwegs. Dann wird die heruntergeklappte Küchenschranktüre zur Bettfläche.

Vorne wird die Betterweiterung durch die beiden Holzkisten aus dem Cockpit getragen. Bei Reise mit 2 Mensch + Hund, sind sie hinten verstaut.

In den Eingriffkasten kommt das Bettzeugs

Die heruntergeklappte Schrankplatte wird zum Esstisch, zum Spielboard und zum Traveloffice…

Nach Anstrich und Einrichtung, sah der Ausbau unterwegs auf Reisen dann so aus… Die Küche im Heck.

Am Dokker selber hatte ich keinen sonderlich großen Fahrspaß, aber der Ausbau war super. Leider ist der Dokker im Herbst 2017 Opfer eines Auffahrunfalls geworden und war Schrott.

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