Fast am Ende von Schottland: die Orkneys

Ab Bayern bis Orkney sind es ziemlich genau 2.500 km. Die in 5 Tagen zu fahren, ist problemlos machbar aber ein grosser Spass ist es nicht – es zieht sich endlos.

Normalerweis fotografier ich nicht, wie die Fähre beladen wird. Aber die Verschiffung in Gill’s Bay war spannend. Alle größeren Fahrzeuge wie Caravans und LKWs mussten rückwärts auf die Fähre fahren, was einigen leichte Probleme bereitete ;-))

Von der nordschottischen Küste gibt es zwei Autofähren auf die Orkneys: Von Scrapster (Nähe Thurso) nach Stromness und von Gill’s Bay nach St. Margaret’s Hope. Außerdem gibt es eine Personenfähre, die von John o‘ Groat nach Burwick übersetzt. Und wer nicht ganz so weit in den Norden fahren will, kann auch mit Northlink von Aberdeen nach Kirkwall fahren. Die Fähre fährt nach dem Ausladen in Kirkwall weiter nach Lerwick / Shetland.

Die Ankunft auf den Orkneys war schon auf den ersten Kilometern sehr spannend…

Birsay war in der Antike die Hauptstadt der Orkneys

Hier gibt es einen schönen Wanderweg entlang der Klippen

Ich treffe meinen ersten Seehund – grey Seals – bzw. eigentlich sind es zwei…

Fishermen Hut

Austernfischer

Meine erste Begegnung mit Artic Terns (Seeschwalben). Obwohl sie da auf einem Felsen im Meer brüten, macht sie meine Anwesenheit ganz schön nervös.

Sea Pinks – von den Schafen werden sie verschmäht. Welch wunderbare Vorsehung der Natur, …

Gegenüber liegt eine Gezeiteninsel (Brough of Birsay), die man bei Ebbe über einen schmalen Pfad erreichen kann. Auf der Insel gibt es unter anderem die Reste einer alten Pikten- und Wikinger-Siedlung zu besichtigen. Bei Hochwasser ist sie allerdings eine echte Insel. Deshalb sollte man sich vor dem Besuch über die Gezeiten informieren, sonst sitzt man auf der Insel fest.

Die Pikten (römischer Sammelbegriff für schottische Völker) siedelten hier im 7. Jahrh. später kamen die Wikinger (8./9. Jahrh.) und bauten die Siedlung weiter aus/um. Wie bei den meisten historischen Fundstätten gibt es viele ungeklärte Fragen. Was geschah mit den Pikten, als die Wikinger kamen? Wurden sie vertrieben, oder vermischte man sich? Die Siedlung wurde auch nicht komplett ausgegraben, man vermutet, dass unter dem Rasen noch einiges zu finden ist. Soweit ich mitbekommen habe, fehlt es vor allem an den finanziellen Mitteln für die Ausgrabungen.

Orkney hat eine tolle Küste mit faszinierenden Gesteinsformationen

Marwick Head: In den roten Sandstein-Klippen nisten tausende von Seevögeln.

Eiderenten mit Nachwuchs.

Männerfreundschaft

Alle, die immer wissen wollten, was aus Pippi Langstrumpfs kleinem Onkel geworden ist… Der ist nach den Dreharbeiten nach Orkney ausgewandert und hat dort eine Familie gegründet. Seine Nachkommen findet man über die ganzen Inseln verteilt.

Das Klima auf Orkney ist ja durch den Golfstrom recht „mild“. Ich hab auch mehrere Gärten mit Palmen gesehen!

In der Bucht vor Kirkwall liegt gerade ein Kreuzfahrtdampfer.

Wassersport auf Orkney

In Kirkwall – der „Hauptstadt“ gibt es einen Tesco Supermarkt (und gleich daneben einen Lidl!). Einkaufen ist also kein Problem. Die Preise im Orkney Tesco sind fast identisch mit denen in England und Schottland. Im Lidl war ich ein paar Tage später auch mal und hab reingeschaut, was es da so gibt: weitestgehend die gleichen Produkte wie bei uns daheim. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Produkt-Auswahl auf Orkney funktioniert. Preislich war der Tesco auch attraktiver, außerdem hat er von 6 Uhr morgens bis Mitternacht geöffnet. Also kein leichtes Lidl-Spiel auf Orkney.

Zwischen Tesco und Lidl steht dieses Schild. Ein solches Crossing hätte ich gerne erlebt. Hat aber leider nicht stattgefunden. 🙁

Kirkwall von oben. Die Weiden werden oft von „gemischten“ Herden begrast – Rinder und Schafe zusammen.

Die St. Magnus Kathedrale – der Besuch ist absolut empfehlenswert. Fotos gibt es später noch 🙂

Die Hochlandrinder waren leider ziemlich störrisch, was das Fotografieren angeht. Erst sind sie abgehaun, dann bekam ich sie nur von hinten zu sehen. Wenn man genau hinschaut, sieht man mit ein bisschen Fantasie ihre Atemwolke. Der Bauer, der gerade im Jeep vorbei kam, hat ein bisschen mit mir über Hochlandrinder in Orkney und Bayern geplaudert und meinte, das wäre normal für die Rasse. Eine Erklärung warum das so ist (eine höhere Körpertemperatur?) hab ich keine gefunden. Aber es sah lustig aus. Ich stand da in einer dünnen Fleecejacke (was zugebenermaßen etwas frisch war) und die pusten mir ihre Atemwolken entgegen…

Der Bauer hat nicht nur als einziger auf Orkney (soweit ich es gesehen hab) Hochlandrinder, er hat auch eine architektonische Besonderheit in seiner Weide. Aber das kommt erst später 🙂

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